Hera, eine fünfjährige Bayerische Gebirgsschweißhündin, kam im Juli 2025 mit dramatischen Symptomen in die Tierklinik Ismaning: Über Nacht war sie vollständig gelähmt. Schon Wochen zuvor zeigte die Hündin immer mal wieder unspezifische Symptome wie Wesensveränderung, auffälliges Schmatzen und Stolpern.
Die ausführliche klinische Untersuchung ergab eine sogenannte Tetraparese, also eine Lähmung aller vier Gliedmaßen. Hera konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten, hatte aber an allen Pfoten noch Gefühl. Das ist ein wichtiges Zeichen, dass das Rückenmark noch nicht vollständig geschädigt war.

Kichererbsengroßer Tumor als Ursache
Die neurologische Untersuchung ergab Hinweise auf ein Problem im Bereich der Halswirbelsäule. Ein Röntgenbild zeigte keine Auffälligkeiten, also wurde eine Computertomographie (CT) mit Kontrastmittel veranlasst. Der Befund: Ein Tumor im Wirbelkanal zwischen dem vierten und fünften Halswirbel (C4/5), etwa so groß wie eine Kichererbse. Die Masse drückte das Rückenmark von der rechten Seite nach links und verursachte so die Lähmungserscheinungen.


Anspruchsvolle Operation am selben tag
Noch am selben Tag wurde Hera operiert. Über einen komplizierten, seitlichen Zugang zur Halswirbelsäule entfernte Klinikleiter Dr. Klaus Zahn den Tumor vorsichtig aus dem engen Raum zwischen den Wirbeln. Die Operation war anspruchsvoll: Der Tumor lag direkt am Rückenmark, und es kam zu einer stärkeren Blutung aus dem umliegenden Venengeflecht.
Dennoch konnte die Operation erfolgreich durchgeführt und der Tumor vollständig entfernt werden. Eine direkte CT-Kontrolle bestätigte den Erfolg – das Rückenmark hatte wieder Platz. Auch aus der Pathologie kamen positive Nachrichten: Der Tumor war gutartig, es handelte sich um eine sogenannte Epidermoidzyste.
Hera lernt das Stehen und Gehen neu
War Hera nach der Operation noch vollständig gelähmt, zeigte sich bereits wenige Tage nach der OP erste Besserung: Hera konnte mit Hilfe ihrer Besitzer wieder stehen, ihre Hinterbeine bewegte sie aktiv, auch wenn die Koordination noch fehlte. Die Vorderbeine waren noch gelähmt, aber der Tiefensinn war intakt. Hera bekam Schmerzmittel, Entzündungshemmer und B-Vitamine zur Unterstützung des Nervensystems. Ihre Besitzer bekamen genaue Anweisungen zur Lagerung, Mobilisation und Nachsorge zusammen mit einer Physiotherapeutin mit nach Hause und arbeiteten wochenlang am weiteren, positiven Heilungsverlauf.
Hera ist wieder völlig fit!
Schon bei der letzten Kontrolluntersuchung sechs Wochen nach der Operation lief Hera wieder munter auf allen vier Pfoten. Ihre Besitzer sind glücklich, dass Hera inzwischen völlig fit ist und als jagdlich geführter Hund auch wieder Spaß am Leben und ihrer Arbeit hat.
„Versorgung und Informationsmanagement waren hervorragend, fachlich wie menschlich. Wir können die Tierklinik Ismaning uneingeschränkt weiterempfehlen”, loben die Besitzer.