Es ist ein ganz natürlicher Reflex: Selbst brave Hunde und verschmuste Katzen können mal zuschnappen, wenn sie Schmerzen, Angst oder Panik haben. Bissverletzungen zählen daher in der Veterinärmedizin zu den typischen Arbeitsunfällen. Wie sich unsere Mitarbeiter schützen:
Bissverletzungen dürfen nicht unterschätzt werden. Besonders Katzenbisse können schwerwiegende Folgen haben. Während Hunde beim Schnappen häufig eher oberflächliche Quetschwunden verursachen, dringen die spitzen Fangzähne von Katzen tief ins Gewebe ein. Nach außen wirken solche Verletzungen oft harmlos: Die Zähne hinterlassen meist nur punktförmige Einbissstellen, die kaum bluten und schnell wieder zugehen. Das eigentliche Risiko liegt unter der Haut. Dort können sich die Einbisse innerhalb weniger Stunden gefährlich infizieren und auf umliegendes Gewebe übergreifen, wenn die Wunde nicht professionell behandelt wird. Möglich sind eine schwere Blutvergiftung und ein monatelanger Arbeitsausfall.
Zum Schutz trägt unser Team beim Herausheben einer Katze aus der Transportbox oder beim Fixieren während der Behandlung biss- und kratzfeste Spezialhandschuhe. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme wird bei Hunden während der Untersuchung ein Maulkorb eingesetzt. Wenn Patientenbesitzer keinen eigenen Maulkorb dabeihaben, stellen wir passende Modelle aus unserem Fundus zur Verfügung: Gittermaulkörbe in verschiedenen Größen, in denen das Tier weiter hecheln und trinken kann, sowie engere Stoffmaulkörbe. Idealerweise ist der Hund bereits an das Tragen eines Maulkorbs gewöhnt.
Kommt es in der Tierklinik trotz aller Vorsicht zu einem Biss, wird sofort eine Ersthelferin hinzugezogen. Die Wunde wird begutachtet, gründlich unter fließendem Wasser ausgespült und mit Jodlösung desinfiziert. Bei Katzenbissen wird die betroffene Person grundsätzlich sofort zu einem Durchgangsarzt geschickt, der für Arbeitsunfälle zuständig ist. In 99 Prozent der Fälle lässt sich mit Antibiotika eine Infektion verhindern. Bei Kratzern und leichten Quetschwunden reicht es häufig aus, die Verletzung fachgerecht zu versorgen und die Wunde in den nächsten Stunden und Tagen zu beobachten.
