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Was süß aussieht, kann ganz schön schmerzhaft sein

Pomeranian Lio-Fox ist knapp vier Jahre alt und leidet aufgrund seiner Minizucht nicht nur an einer neurologischen Grunderkrankung, sondern es zeigten sich aufgrund seines verkleinerten Kiefers massive Zahnprobleme:
Der Zwergspitz hatte ein unvollständiges Dauergebiss mit drei persistierenden Milchzähnen, insgesamt sieben fehlende Zähne, eine Fehlstellung mit Karpfengebiss (maxilläre Brachygnathia inferior) sowie deutlichen Zahnstein, obwohl die Besitzerin täglich Zahnpflege durchführt.

Pomeranian Lio-Fox leidet aufgrund seiner Minizucht (Qualzucht) an massiven Zahnproblemen.

Warum Mini-Hunde besonders betroffen sind

Bei Mini- oder Kleinst-Hunderassen wie dem Zwergspitz  treffen zwei ungünstige Faktoren zusammen, weshalb sich eine frühzeitige Zahn-Kontrolle bei Dr. Judith Körbel empfiehlt.

    • Zu viele Zähne für zu wenig Platz:
      Mini-Hunde haben meist genauso viele Zähne angelegt wie große Rassen, nur ist ihr Kiefer durch die Zucht deutlich kleiner. Das führt dazu, dass die Zähne eng stehen, sich verdrehen oder schief durchbrechen. Das erschwert auch die Selbstreinigung der Zähne durch die Zunge und Lippen und fördert die Bildung von Zahnstein und Entzündungen.
    • Verkürzter Unterkiefer (Brachygnathie):
      Viele Kleinst-Rassen haben zusätzlich einen sogenannten brachygnathen Kiefer – also einen verkürzten Kiefer, häufig mit z.B. zu kurzem Unterkiefer. Dadurch passen Ober- und Unterkiefer nicht optimal aufeinander, was zu Fehlbelastungen wie Über- oder Unterbiss führt: Zähne beißen an der falschen Stelle aufeinander, was zu Abnutzung, Fehlstellungen und Schmerzen führen kann.

Zahnsanierung: Sechs Zähne mussten gezogen werden

Einzige Chance für Lio-Fox war eine Zahnsanierung: Die Behandlung erfolgte in Narkose durch Zahnspezialistin und Fachtierärztin für Kleintiere, Dr. Judith Körbel.
Der vorhandene Zahnstein wurde mithilfe von Ultraschall vollständig entfernt. Danach musste Dr. Körbel sechs Zähne, darunter auch persistierende Milchzähne, entfernen und die Wunden vernähen. Die beiden Fangzähne im Unterkiefer wurden gekürzt und versiegelt.  Raue Stellen wurden geglättet und versiegelt, damit sich künftig weniger schnell Zahnbelag anlagern kann.

Röntgenaufnahme des Gebisses: Darstellung persistierender Milchzähne. Befundgrundlage für die geplante Entfernung; im Verlauf wurden die Wunden vernäht und die beiden Unterkiefer-Fangzähne gekürzt.
Vorher-Nachher-Röntgenbild des Gebisses mit Fokus auf die persistierenden Milchzähne.

Lio-Fox-schmerzfrei, Besitzerin happy

Der Heilungsverlauf war sehr positiv: Schon ab dem ersten Tag nach der Zahnsanierung nahm Lio-Fox wieder Futter auf, der Kieferschluss ist stabil und das Allgemeinbefinden hervorragend.

Vorbeugung mit Zähneputzen und speziellen Pflegemitteln

Zur langfristigen Vorbeugung empfiehlt Dr. Körbel regelmäßiges Zähneputzen mit enzymatischer Zahncreme sowie die Anwendung von Oroyzyme-Gel dreimal pro Woche. Auch spezielle Zahnpflegefuttermittel helfen, weiche Zahnbeläge zu entfernen und Plaque vorzubeugen.

Fazit der Besitzerin:

Besitzerin Selen K. resümiert nach der erfolgreichen Zahnbehandlung:
„Frau Dr. Körbel nahm sich genügend Zeit für uns, um die Operation zu besprechen. Dadurch nahm sie mir jegliche Unsicherheiten. Die Operation verlief komplikationslos. Noch am selben Tag wurde ich telefonisch informiert, dass alles sehr gut verlaufen ist und ich Lio am Nachmittag wieder abholen durfte.

Frau Dr. Körbel hat uns mit viel Fachwissen, Sorgfalt und Empathie begleitet. Besonders wichtig war mir, dass sie mit Lios neurologischer Vorerkrankung (CM/SM) vertraut ist und genau wusste, worauf bei Lagerung, Medikation und Nachsorge zu achten ist.

Dadurch fühlte ich mich von Anfang an sehr gut aufgehoben. Lio war bereits am Abend wieder auf den Beinen und am nächsten Tag fast der Alte.
Nach drei Tagen Schmerzmittel zeigte er bereits deutliche Veränderungen: Er wollte wieder Ball spielen und konnte diesen auch wieder im Maul halten – etwas, das zuvor plötzlich nicht mehr möglich war. Ich dachte, das läge nur an dem Wackelzahn, mir war nicht bewusst, dass sein kleines Maul so ein Ausmaß an Fehlstellungen hatte. Seit der OP apportiert er wieder selbstverständlich und knabbert deutlich entspannter an seinen Kaustangen.“

Pomeraninan mit Ball.
Nach der Behandlung will Lio-Fox auch wieder mit seinem Ball spielen.
Persistierende Milchzähne beim Pomeranian.
Vorher: Zwergspitz Lio-Fox mit unvollständigem Dauergebiss mit drei persistierenden Milchzähnen.
Zahnsituation vor der Behandlung, gegenüberliegende Seite: persistierende Milchzähne im Maul.
Ansicht der gegenüberliegenden Seite vor und nach der Behandlung.
Zahnbehandlung in der Tierklinik: Entfernung persistierender Milchzähne, Nahtversorgung der Wunden; gekürzte Unterkiefer-Fangzähne.
Die persistierenden Milchzähne wurden entfernt, die Wunden vernäht. Die Fangzähne im Unterkiefer wurden gekürzt.
Zahnsituation nach der Behandlung, gegenüberliegende Seite: persistierende Milchzähne entfernt, Wunden vernäht; Unterkiefer-Fangzähne gekürzt.
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