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Winselnd vor Schmerzen kam die 7-jährige Hündin Klara in die Tierklinik Ismaning. Sie konnte ihre beiden Hinterbeine nicht mehr belasten. Wenige Tage zuvor war bei einer anderen Tierarztpraxis ein Hüftröntgen in Narkose durchgeführt worden. Erst auf der Heimfahrt wachte Klara aus der Narkose auf und war panisch. Sie konnte sich hinten nicht mehr aufrichten, nicht mehr stehen oder gehen und jammerte sehr.

Unsere Untersuchung ergab eine beidseitige Luxation (Ausrenkung) der Hüftgelenke. Zugrunde lag eine fortgeschrittene Coxarthrose, also ein ausgeprägter Gelenkverschleiß auf beiden Seiten. Die Hüften waren dadurch so instabil, dass beide Gelenke aus der Pfanne gedrückt werden konnten.

Prä-OP-Röntgenbild einer Hündin mit beidseitiger Hüftluxation infolge schwerer Coxarthrose – Darstellung der ausgerenkten Hüftgelenke vor der Versorgung mit künstlichen Hüftgelenken.

Zwei Kunsthüften innerhalb sechs Tagen

Für Klara gab es nur zwei Optionen: Entweder beide Hüftgelenke durch Kunsthüften zu ersetzen oder sie von ihrem Leiden zu erlösen. Das Risiko der beidseitigen Hüftoperation bestand darin, dass beide Gelenke luxiert waren und Klara die frisch operierte Seite nicht durch die andere, ebenso ausgerenkte Hüfte entlasten konnte. Üblicherweise lässt man zwischen zwei Hüftprothesenoperationen einen Abstand von etwa sechs Wochen, damit die Operationswunden abheilen und sich die erste Prothese stabil integrieren kann.

Die anspruchsvolle Operation übernahm Klinikleiter Dr. Klaus Zahn. Zuerst ersetzte er die schlechtere, rechte Seite durch eine zementfreie Züricher Titanhüfte.  Erwartungsgemäß belastetet Klara schnell das frisch operierte Bein, so dass sich Dr. Zahn schon sechs Tage später dazu entschied, auch die linke ausgerenkte Hüfte zu ersetzen.

Röntgenaufnahme vor der Operation: Hündin mit gleichzeitig ausgerenkten Hüften durch Coxarthrose in der Tierklinik – diagnostische Darstellung vor dem Einsatz von Kunsthüften beim Hund.
Eine weitere Röntgenaufnahme vor der Operation zeigt die beidseitig ausgerenkten Hüften von Klara.
Postoperative Röntgenaufnahme einer Hündin nach beidseitigem Einsatz künstlicher Hüftgelenke in der Tierklinik Ismaning – erfolgreiche Versorgung mit modernen Kunsthüften nach schwerer Coxarthrose.
Postoperative Röntgenaufnahme von Klaras neuen künstlichen Hüftgelenken.

Klara hat alles gut überstanden

Nach gut zehn Tagen konnte Klara aus der stationären Betreuung in die Hände ihrer glücklichen Familie übergeben werden. Bei der Röntgenkontrolle sechs Wochen später war die Hündin lahmheitsfrei und die zementfreien Hüftprothesen gut knöchern integriert.

Aus ihrer Erfahrung möchte Klaras Halterin anderen Hundebesitzern einen Rat mitgeben: „Nach einer Narkose sollte ein Hund erst dann entlassen und nach Hause mitgenommen werden, wenn er wieder wach und stabil ist.“

In unserer Klinik gehört es zum tiermedizinischen Standard, Patienten erst in diesem Zustand zu entlassen.

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