Spezialsprechstunde Reproduktionsmedizin
Ob Probleme beim Decken, ausbleibende Läufigkeit, unerfüllter Zuchtwunsch oder schwierige Trächtigkeit – in unserer Spezialsprechstunde für Reproduktionsmedizin klären wir die Ursachen gezielt ab. Dabei beraten wir Sie persönlich zu allen Fragen rund um Fruchtbarkeit, Zyklus und Fortpflanzungsmedizin.
Reproduktionsmedizin bei Hund und Katze – was ist das?
Die Reproduktionsmedizin bei Hund und Katze ist ein vielfältiges Fachgebiet, das sich mit allen Aspekten der Fortpflanzung bei Tieren befasst. Dazu gehört zum Beispiel Fruchtbarkeitsmanagement, Zuchttauglichkeitsuntersuchungen, Zyklusüberwachungen, künstliche Befruchtungen, Trächtigkeitsbetreuung und Geburtshilfe, aber auch die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Fortpflanzungssystems bei männlichen und weiblichen Tieren (tierärztliche Gynäkologie und Andrologie).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Reproduktionsmedizin in der Tiermedizin ein breites Spektrum an Dienstleistungen umfasst, die darauf abzielen, die Fortpflanzung von Tieren zu fördern, zu kontrollieren oder zu behandeln.
Verantwortlich für unsere Spezialsprechstunde Reproduktionsmedizin ist Tierärztin Friederike Böhme (GPCert Small Animal Reproduction). Ihr Angebot richtet sich an Züchter ebenso wie an Haustierbesitzer. Sie unterstützt auch überweisende Tierärztinnen und Tierärzte bei komplexeren Fragestellungen.
Friederike Böhme berät bei unerfülltem Zuchtwunsch, hilft bei hormonellen Störungen, begleitet geplante Trächtigkeiten und klärt krankhafte Veränderungen oder Fehlentwicklungen der Geschlechtsorgane ab. Auch klassische Fälle wie eitrige Gebärmutterentzündungen, Zysten, hormonell bedingte Verhaltensauffälligkeiten oder Prostataprobleme beim Rüden gehören zum Leistungsspektrum. Bei Geburten übernimmt unsere Spezialistin Beratung, Abklärung und die konservative Geburtshilfe sowie die Nachsorge von Mutter und Nachwuchs.

Spezialsprechstunde Reproduktionsmedizin in der Tierklinik Ismaning – mit Spezialistin Friederike Böhme.
Spezialsprechstunde Reproduktionsmedizin – Unsere Leistungen:
Diagnostik & Zyklusbegleitung
Künstliche Besamung & Trächtigkeitsbetreuung
Hormonelle Störungen & Fehlbildungen

Interview mit Reproduktionsmedizinerin Friederike Böhme
Mit welchen Problemen kommen Haustierbesitzer am häufigsten zu Ihnen in die Spezialsprechstunde Reproduktionsmedizin?
Viele TierhalterInnen suchen uns auf, weil die Hündin nicht oder unregelmäßig läufig wird, der Deckakt nicht funktioniert oder ein Verdacht auf eine Trächtigkeit besteht. Auch hormonelle Störungen, Gebärmutterentzündungen oder Prostataprobleme beim Rüden sowie Tumore sind häufige Themen. Ein weiterer Teil meiner Arbeit sind Kastrationsberatungen. Eine Kastration ist nicht immer die einzig sinnvolle Lösung – besonders bei jungen Hündinnen mit Verhaltensproblemen oder unspezifischen Beschwerden. Gerade bei hormonellen Themen ist es oft hilfreich, genauer hinzusehen. Viele Halter sind dankbar, wenn wir gemeinsam abwägen, was medizinisch sinnvoll ist. Auch Zuchtberatungen gehören zu meinen alltäglichen Aufgaben.
Welche Mythen über die Fortpflanzung bei Haustieren begegnen Ihnen häufig?
Der häufigste Mythos, der sich hartnäckig hält, ist, dass weibliche Tiere sterilisiert werden und männliche Tiere kastriert. Dabei werden beide in aller Regel kastriert. Außerdem haben viele KundInnen die Info, dass Hündin und Katze einmal werfen sollten, bevor sie kastriert werden, da dies gesünder wäre. Dazu gibt es aber keinerlei wissenschaftliche Grundlage und keine medizinischen Gründe, die dafürsprechen. Meine Meinung: Die Pubertät sollte auf alle Fälle abgeschlossen sein, bevor man über eine Kastration nachdenkt – sowohl aus orthopädischen als auch psychischen Gründen und zwar bei Hündin und Rüde.
Welche Rolle spielt die Diagnostik zum Deckzeitpunkt?
Die Deckzeitpunktbestimmung spielt eine entscheidende Rolle für eine erfolgreiche Trächtigkeit bei Hündinnen. Sie hilft, diesen optimalen Zeitraum zu identifizieren, um die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Befruchtung zu maximieren. Außerdem kann man durch die Bestimmung des idealen Zeitpunkts für den Deckakt oder die künstliche Besamung die Trächtigkeitsrate der Hündinnen deutlich erhöhen. Für Züchter ermöglicht die genaue Bestimmung des Deckzeitpunkts eine bessere Planung und effizientere Zuchtprogramme. Für uns Tierärzte erleichtert die Deckzeitpunktbestimmung die Diagnostik und Therapie der Hündin und der Welpen während der Trächtigkeit.
Den perfekten Zeitpunkt für einen Deckakt/eine Befruchtung kann ich durch die Kombination verschiedener Methoden bestimmen. Dazu gehört zum einen die Vaginalzytologie, hierbei wird ein Abstrich der Vaginalschleimhaut entnommen und mikroskopisch untersucht. Bei der Progesteronmessung erkennen wir über den Anstieg des Progesteronspiegels den bevorstehenden Eisprung und bei der Vaginoskopie wird die Vagina der Hündin mit einem Endoskop auf evtl. Missbildungen usw. untersucht.
Wie hat sich der Fachbereich in den letzten Jahren verändert?
Die Reproduktionsmedizin in der Tiermedizin hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Neue Methoden wie die transzervikale oder tiefintrauterine Besamung haben die Erfolgschancen deutlich verbessert. Auch die Kryokonservierung – also das Einfrieren von Samen, Eizellen oder Embryonen – eröffnet mehr Möglichkeiten für eine langfristige Zuchtplanung und den Erhalt genetischer Vielfalt.
Moderne Ultraschalltechnik erlaubt eine präzisere Trächtigkeitsdiagnostik und eine genaue Überwachung der Entwicklung der Welpen im Mutterleib. Zusätzlich kommen genetische Tests immer häufiger zum Einsatz: Sie helfen, gesunde Elterntiere auszuwählen und das Risiko für vererbbare Erkrankungen zu senken.
Der Trend geht klar in Richtung verantwortungsvoller Zucht. Wissenschaftliche Methoden wie genomweite Analysen, verbesserte Konservierungstechniken und digitale Gesundheitsüberwachung werden dabei künftig eine zentrale Rolle spielen – mit dem Ziel, gesündere Rassen zu fördern und das Tierwohl nachhaltig zu stärken.
Wenn Sie auf einer Party nach Ihrem spannendsten Fall ihres Fachgebietes gefragt werden, welcher wäre das?
Gute Frage. Die schönsten Fälle sind natürlich immer die, die gut ausgehen. Am glücklichsten bin ich, wenn ich gesunde frisch geborene Welpen bei der Mama saugen sehe. Über einen Fall, bei dem eine Hündin unbemerkt trächtig war und den Besitzern dann völlig unvorbereitet einen Welpen aufs Bett im Hotelzimmer geboren hat muss ich immer schmunzeln. Ein anderer Fall mit einem Zwitter war eine tolle Herausforderung.
Haben Sie einen besonderen Tipp für Tierbesitzer, die einen Wurf planen?
Vorbereitung ist das A und O für eine stressfreie Trächtigkeit und Nachgeburt. Informieren Sie sich gut, auf welche Dinge man vor, während und nach der Trächtigkeit achten muss. Gerne können wir hierfür einen Beratungstermin vereinbaren.

Friederike Böhme ist unsere Spezialistin für Läufigkeit, Deckzeitpunktbestimmung und Trächtigkeit bei Hund und Katze.
FAQ Reproduktionsmedizin – Gynäkologie
Folgende Auffälligkeiten sollten tierärztlich abgeklärt werden:
- sehr starke oder länger als drei Wochen anhaltende Blutung,
- eitriger Ausfluss oder unangenehmer Geruch,
- allgemeine Krankheitsanzeichen wie Mattigkeit oder Fieber,
- Zyklusstörungen: Läufigkeit tritt zu häufig oder gar nicht auf.
Diese Symptome können auf Hormonstörungen oder Erkrankungen wie eine Gebärmutterentzündung (Pyometra) hinweisen. In solchen Fällen ist eine frühzeitige Untersuchung wichtig.
Ursachen können hormonell, organisch, psychisch oder entwicklungsbedingt sein. In der Sprechstunde wird mit Ultraschall, Blutuntersuchungen und Zyklusanalyse abgeklärt, woran es liegt.
Sie erhöht die Chance auf Trächtigkeit, verringert unnötige Deckakte und hilft bei der Planung für Kaiserschnitt oder Trächtigkeitskontrollen.
Eine künstliche Befruchtung ist nur unter bestimmten Umständen sinnvoll, wenn ein normaler Deckakt unmöglich ist. In diesem Fall wird eine oder mehrere Untersuchungen der Hündin vorgenommen, um den perfekten Besamungszeitpunkt zu bestimmen. Natürlich muss auch der Rüde untersucht werden. An dem berechneten Zeitpunkt werden sowohl Rüde als auch Hündin zum Termin einbestellt. Der Samen das Rüden wird vor Ort entnommen und auf Befruchtungsfähigkeit untersucht. Im Anschluss kann dieser in die Hündin eingegeben werden. Hierfür ist keine Sedierung notwendig, die Behandlung erfolgt ambulant. Diese Methode der künstlichen Befruchtung funktioniert mit frischem Samen, aber grundsätzlich ist auch die Möglichkeit der Besamung mit Tiefgefriersamen möglich – ein Samenlager bieten wir aber nicht an.
Ja – wenn sie in der Stehzeit von mehreren Rüden gedeckt wird, ist das möglich.
Mögliche frühe Anzeichen einer Trächtigkeit bei einer Hündin sind Leichte Übelkeit & verändertes Fressverhalten, Vergrößerte und rosafarbene Zitzen (ab ca. 3. Woche), Ruhigeres Verhalten & Anhänglichkeit, Zunahme des Bauchumfangs ab 5. Woche
Die Trächtigkeit bei Hunden kann frühestens ab dem 21.–25. Tag per Ultraschall festgestellt werden. Ab der 5. Woche werden körperliche Veränderungen deutlicher sichtbar.
Erste Anzeichen einer Trächtigkeit zeigen sich oft ab der zweiten bis dritten Woche. Typisch sind:
- gerötete und leicht geschwollene Zitzen (ab ca. dem 15. Tag),
- gesteigerter Appetit ab der dritten Woche,
- ruhigeres oder anhänglicheres Verhalten,
- sichtbares Wachstum des Bauchs ab der vierten Woche.
Klarheit bringt eine tierärztliche Ultraschalluntersuchung – damit kann eine Trächtigkeit meist ab dem 20. Tag sicher festgestellt werden.
Die durchschnittliche Trächtigkeitsdauer einer Katze beträgt 63–67 Tage, also ca. 9 Wochen. Kurzhaarkatzen werfen oft etwas früher, Langhaarkatzen eher später.
Es wird individuell geklärt, ob, wann und wie kastriert werden sollte – chirurgisch, chemisch oder gar nicht. Auch Verhaltens- und Gesundheitsaspekte werden einbezogen.
In vielen Fällen liegt eine hormonelle Ursache vor. Es wird abgeklärt, ob eine Kastration sinnvoll oder eine andere Maßnahme erforderlich ist.
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